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Krautsalat

 

Heute habe ich tatsächlich auf dem Markt noch einen Hasenrücken gekriegt. Der Hase darf bis Mitte Januar geschossen werden und sollte dann noch zwei bis drei Wochen abhängen. Aber welche gierige Krämerseele wartet heute noch so lange, wenn sie am einundzwanzigsten die letzten Hasen verticken kann?

 

Die Marktfrau vom Wildstand tut das. Einen Hasenrücken hat sie noch da. Der kommt mir klein vor.

 

„Ja, das ist leider der letzte. Ich kann Ihnen aber noch zwei ausgelöste Filets geben.“

 

Freundlicherweise zum gleichen Preis, auch ohne Knochen. Den ausgewaideten Rücken hat sie auch noch, den kriege ich umsonst, den hätte sie eh weggeschmissen.

 

Gemüse kaufe ich auf dem Markt nicht, das ist mir zu teuer. Ich gehe lieber zum Türken und kaufe da, was ich für den Hasenfonds brauche.

 

Als ich den griffigen, prallen Spitzkohl sehe, fällt mir ein, daraus einen Krautsalat zu machen. Ich nehme dafür noch einen kugelrunden, tennisballgroßen roten Rettich und ein Büschel Koriander mit. Alles andere habe ich vorrätig.

 

Mit meinem sauscharfen Gemüsehobel schneide ich den Kohlkopf in kleine Streifen und den Rettich in dünne Scheiben. Dazu kommen ein paar Fingerspitzen grobes Meersalz und ich  mische mit beiden Händen das Salz ordentlich unter. Dann bereite ich eine Vinaigrette.

 

Dafür presse ich eine Zitrone aus und gebe in den Saft eine feingehackte Schalotte, Knoblauch und die Körnchen aus fünf, sechs Kardamomschoten, fein gemahlen. Einen Teelöffel ebenso feingemahlener Korianderkörnchen und einen Eßlöffel gröber geschrotenen Szechuanpeffers. Der schmeckt noch aromatischer, wenn man die Körner vor dem Mörsern in einer trockenen Pfanne anröstet.

 

Salz ist im Gemüse schon drin, das reicht. Aber das Olivenöl darf ich nicht vergessen. Ich rühre die Vinaigrette ordentlich durch und stülpe das Schüsselchen kopfüber auf den Salat.

 

Nach ein paar Minuten ist alles rausgelaufen und ich streue noch die gehackten Korianderblättchen über den Salat. Dann wird gemischt. Und weil das mit den fisseligen Krautfäden nicht so einfach ist, wiederhole ich das alle paar Minuten, bis ich’s leid bin.

 

Am Abend stehe ich dann alle fünf Minuten auf, um einen Löffel des Krautsalats zu nehmen. Bis es mir reicht, und ich die Schüssel mit auf’s Sofa nehme.

 

4.2.11 23:43


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