Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


http://myblog.de/maitre

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Freßtagebuch

Letzte Woche Donnerstag begann ich, täglich zu notieren, was ich gegessen habe. Das Freßtagebuch eines Grundgesicherten.

Hier ist die erste Woche:

 

Donnerstag, 10. November 2011

Schmackofatz. Ein Schmortopf mit fettem Speck ausgelegt, darauf mehrere Schichten Wirsing, einen gut gewürzten Hackfleischfladen (Lamm!), darauf wieder Wirsing. Mit Zitronensaft und Sahne begossen, zwei Stunden im Backes, dazu mehlige Salzkartoffeln. Zum Niederknien! Mit B.

Freitag, 11. November 2011

Nochmal Schmackofatz. Wieder mit B.

Samstag, 12. November 2011

Lammkoteletts, dazu Spinat mit Tomaten und Fladenbrot. Mit den Filii. Nebenbei 10 Frikadellen gebraten für morgen.

Sonntag, 13. November 2011

Filii fraßen alle Frikadellen auf. Dazu machten wir Salat aus Romana, Spinat und Tomaten. Abends Boeuf Bourgignon bei B.

Montag, 14. November 2011

Sparessen Spaghettisauce. Räucherspeck angebraten, dann rote Zwiebel, Knoblauch und Chili dazu. Champignons, frische und getrocknete Tomaten, Oliven, Sardellen, reichlich Thymian. Am Ende viel Parmesan und noch mehr Petersilie. Alleine.

Dienstag, 15. November 2011

Rest Spaghetti mit Sauce. Mit weiterem Speck und Champignons aufgefüllt. Alleine.

Mittwoch, 16. November 2011

Rochenflügel heiß in brauner Butter sautiert, mit Kapern. Dazu Pappanozza, ein Kartoffelbrei aus gekochten Kartoffeln, genausoviel Zwiebeln und etwas weniger Knoblauch. Mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und einem Spritzer Weißweinessig zerstampft. Alleine.

Donnerstag, 17. November 2011

Wieder Rochenflügel. Diesmal die Butter zusätzlich mit Estragon gewürzt. Dazu geschmorter Fenchel mit Spinat und Tomaten. Als Beilage Pellkartoffeln. Mit B. Anschließend Raki.

Freitag, 18. November 2011

Rest Gemüse und Pellkartoffeln von gestern. Dazu ein Stück Nilbarsch in Butter mit Estragon gedünstet.

 

19.11.11 00:20


Werbung


Schmackofatz

Der Schmackofatz vom zehnten Schrägstrich elften November ist eine nähere Beschreibung wert.

 

Schmackofatz

 

Der Schmackofatz ist ein Rezept von meinem Lieblingskoch Wolfram Siebeck, heißt eigentlich 'Wirsingeintopf mit Lamm' und geht so:

 

Erst macht man ein Pfund Lammgehacktes an, mit feingehackten Schalotten, reichlich Knoblauch, Bulgur, zwei Eiern, Salz, Pfeffer, Senf und Thymian. Dann zerlegt man einen großen Wirsingkopf in die einzelnen Blätter und schneidet die Strünke heraus. Wenn man so den halben Kopf entblättert hat, schmeißt man den Rest weg, denn die restlichen Blätter sind hellgelb, fast weiß und schmecken nach nichts. Da der dreipfündige Kopf nur 66 Cent gekostet hat, ist das auch nicht weiter tragisch.

 

Die grünen Blätter blanchiert man jetzt drei Minuten in Salzwasser und schreckt sie eiskalt ab, damit sie auch schön grün bleiben. Dann legt man einen großen Schmortopf mit dünnen Scheiben von fettem Räucherspeck aus. Darauf legt man vier Lagen Wirsingblätter, von denen jede gesalzen und gepfeffert wird. Darauf das zu einem passenden Fladen geknetete Gehackte, darauf wieder Wirsingblätter wie vor, bis sie alle sind. Das ganze wird mit Zitronensaft (und vielleicht etwas Weißwein) begossen, mit weiteren Speckscheiben belegt und kommt dann in den auf 200 Grad vorgeheizten Backes, den man gleich auf 150 Grad herunterschaltet.

 

Dann ist erst mal Pause um sich einen herunterzuholen, einen Joint zu rauchen oder das Buch weiterzulesen, das man gerade in der Hand hat. Oder alles gleichzeitig. So oder so wird der Schmackofatz nach einer Stunde mit einer verquirlten Mischung aus Sahne und Crème fraîche begossen (oder nur Sahne oder nur Crème, wie man’s grad da hat) und die Temperatur wird auf ca. 180 Grad erhöht. Nach weiteren dreiviertel Stunden nimmt man den Deckel ab und setzt schon mal die Kartoffeln auf, möglichst mehlige. Wenn die gar sind, ist auch der Schmackofatz fertig und riecht zum Niederknien gut. Schmecken tut er himmlisch.

 

Vier sehr auskömmliche Portionen, die zwar allerhand Arbeit machen, aber fast nichts kosten:

 

1 Pfund Gehacktes 3 Euro

1 dicker Wirsing 66 Cent

2 Eier 50 Cent

Schalotten, Knoblauch, Gewürze 40 Cent

Sahne und Crème fraîche 50 Cent

Speck 64 Cent

1 Zitrone 30 Cent.

 

Macht insgesamt 6 Euro gleich einsfuffzich pro Person. Plus Kartoffeln, Strom und das Spülmittel hinterher.

 

Das ist ein sehr mächtiges Essen, denn das Fett aus dem Gehackten, der Speck und die Sahnemischung ergeben schon einen sehr gehaltvollen Saft. Aber im arschkalten Winter keine Belastung, denn die Kohlenwasserstoffe, die man aufnimmt, verbrennt man auf dem Heimweg rückstandslos. Ob zu Fuß oder auf dem Rad.

 

Wenn man zu Hause sitzt und friert, verbrennt man die auch. Notgedrungen.

 

19.11.11 00:31





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung