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Freßtagebuch

Jetzt habe ich drei Tage Rattatullje gefressen, mit Fleischklopsen. Die Rattatullje bestand aus Sellerie, Möhre, Aubergine, roter und scharfer grüner Paprika, Zwiebel, ganzen Knoblauchzehen, Champignons, Oliven  und Tomaten. In Olivenöl mit Chili, Thymian und Rosmarin gewürzt. Ganz klassisch.

Und langweilig, wenn die Klopse genauso schmecken. Also kriegten die Piment, Kreuz- und Schwarzkümmel, Zimt, Kurkuma und ganze Senfkörner. Die Senfkörner sind der Clou, die werde ich auch zukünftig in die Frikadellen machen statt des "obligatorischen" Eßlöffels Senf.

Das habe ich am Mittwoch mit Bruno gegessen und wollte am Donnerstag die süße Christine einladen. Die mußte aber zu ihrer Eigentümerversammlung und so fraß ich es alleine. Am Freitag dann auch noch Christines Portion.

Heute aber endlich wieder was neues. Weil das Scheißamt noch nicht gezahlt hat, muß es etwas preiswertes sein. Ein Kartoffelgratin. Kartoffeln, Speck und Greyerzer Käse habe ich noch, ich brauche nur Sahne und eine Stange Porree. Die sind schnell geholt.

 

Vielleicht einen Salat vorneweg? Ich greife mir für zwanzig Cent eine Handvoll Spinat und lege den gleich ins kalte Wasser. Dann rupfe ich die Blätter ab und schleudere sie trocken.

 Für das Gratin streiche ich in einer kleinen Form einen Eßlöffel Butter aus und presse zwei Zehen Knoblauch darein. Für zwei Minuten in den vorheizenden Backes, dann ist die Butter flüssig und der Knoblauch läßt sich gut darin verteilen. Daruf lege ich eine Schicht dünner Kartoffelscheiben, die ich salze und pfeffere und sodann mit den Speckwürfeln bestreue. Ein wenig Specck zweige ich ab und brate ihn in einem Pfännchen schön kross, um ihn nachher auf den Salat zu geben.

 

Jetzt eine Schicht Porreeringe und etwas Thymian, dann wieder Kartoffelscheiben, gesalzen und gepfeffert. Aber Vorsicht mit dem Salz! Der Speck ist schon recht salzig und der Käse, der gleich noch dazukommt, ebenfalls. Also noch geriebenen Greyerzer (der wahre Gratinkäse) darüber und das ganze etwa zur Hälfte mit Schlagsahne auffüllen,dann in den vorgeheizten Backes für drei Viertelstunden.

 Zeit, mal eben eine Vinaigrette zu zaubern und Salat zu essen. Eine feingehackte Schalotte und eine gequetschte Knoblauchzehe werden mit Sherryessig begossen, auch grob zerstoßener Pfeffer kommt darein. Dann Öl, eine Prise Salz und etwas Wasser, weil die Vinaigrette sonst zu dickflüssig ist. Lieber würde ich dafür Gemüsebrühe nehmen, aber ich habe jetzt keine Lust, einen halben Liter aufzutauen, um zwei Eßlöffel davon zu verwenden und den Rest wieder einzufrieren.

 Ich richte die Spinatblätter auf einem Suppenteller an und bestreue sie mit sehr dünn geschnittenen Porreeringen, die übrig geblieben sind, und den kross gebratenen Speckwürfelchen. Darüber gieße ich die Vinaigrette und schneide mir einen Kanten Weißbrot ab. Als das Gratin dann duftend vor mir steht, ist der Salat längst verdaut.

 Die Hauptspeise ist aber so heiß, daß ich in Ruhe die letzten fünf Minuten vom 1. FC Köln angucke. Das hat sich gelohnt, vier Minuten vor Schluß schießt Podolski endlich den Ausgleich und ich kann befriedigt zur Tafel schreiten.

 Nach einigen Gläsern Rotwein bekomme ich eine unwiderstehliche Sehnsucht nach einem kräftigen Schnaps. Nachdem der Einkauf am Nachmittag schon mit zwei unwilligen Wörtern bewerkstelligt werden konnte, werde ich das jetzt noch leichter schaffen. Schuhe und Mantel an und auf zum Rewemarkt.

 Unterwegs überkommt mich urplötzlich gewaltiger Durst, der nur durch frisch gezapftes Kölsch zu löschen ist. Aber ich habe keine Lust, häßliche Köpfe anzuschauen und dümmliche Scherze zu hören. Zu rauchen habe ich auch nichts dabei und nur dreifuffzig in der Hosentasche. Einsneunzig brauche ich für den Schnaps, der Rest reicht gerade für ein Kölsch.

Mehr brauche ich aber auch nicht.  Ich stürme in den Vogel und erkläre der gerade herumgaffenden Natalja, jetzt dringend ein Kölsch zu brauchen. "Hallo Norbert" begrüßt sie mich. "Hallo Margot." "Ich heiße doch nicht Margot!" Und ich nicht Norbert.

 Schweigend schütte ich das Kölsch in zwei Zügen weg, drücke der russischen Natalja (die ich bisher für eine Polin gehalten hatte) einsfuffzig in die Hand und fühle mich erfrischt wie selten zuvor. Entspannt stelle ich mich an die Supermarktkasse und hole - ohne ein Wort zu verlieren - meinen Flachmann.

 Den saufe ich jetzt. Adieu.

 

3.12.11 23:42
 


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